Hinweis: im Textsatz werden Einheiten immer aufrecht geschrieben, Variablen kursiv.
... sind physikalische Größen, die durch einen Betrag und eine Richtung beschrieben werden. Der Betrag wird durch einen Zahlenwert und eine Einheit beschrieben.
Der Zahlenwert des Betrags ist immer positiv.
Beispiele:
| Basisgröße | Größensymbol | Dimensionssymbol | Einheit | Einheitenzeichen |
|---|---|---|---|---|
| Zeit | Sekunde | s | ||
| Länge | Meter | m | ||
| Masse | Kilogramm | kg | ||
| Elektrische Stromstärke | Ampere | A | ||
| Thermodynamische Temperatur | Kelvin | K | ||
| Stoffmenge | Mol | mol | ||
| Lichtstärke | Candela | cd |
| Konstante | Beschreibung | Exakter Wert | Einheit |
|---|---|---|---|
| Strahlung des Caesium-Atoms | 9 192 631 770 | Hz | |
| Lichtgeschwindigkeit | 299 792 458 | m/s | |
| Planck-Konstante | 6,62607015 × 10−34 | J·s | |
| Elementarladung | 1,602176634 × 10−19 | C | |
| Boltzmann-Konstante | 1,380649 × 10−23 | J/K | |
| Avogadro-Konstante | 6,02214076 × 1023 | mol⁻¹ | |
| Photometrisches Strahlungsäquivalent | 683 | lm/W |
Von den Basisgrößen lassen sich durch mathematische Operationen abgeleitete Einheiten bilden.
Beispiele für abgeleitete Einheiten:
Kraft:
Energie/Arbeit:
Leistung:
Jede physikalische Größe hat – unabängig von Einheit oder Zahlenwert – eine Dimension, die beschreibt, wie die Größe aus den Grundgrößen zusammengesetzt ist.
Beispiele:
Beide Seiten einer Gleichung müssen dieselbe Dimension haben!
| Faktor | Name | Präfix | Faktor | Name | Präfix |
|---|---|---|---|---|---|
| Dezi | d | Deka | da | ||
| Zenti | c | Hekto | h | ||
| Milli | m | Kilo | k | ||
| Mikro | µ | Mega | M | ||
| Nano | n | Giga | G | ||
| Piko | p | Tera | T |
| Faktor | Name | Präfix | Faktor | Name | Präfix |
|---|---|---|---|---|---|
| Femto | f | Peta | P | ||
| Atto | a | Exa | E | ||
| Zepto | z | Zetta | Z | ||
| Yokto | y | Yotta | Y | ||
| Ronto | r | Ronna | R | ||
| Quecto | q | Quetta | Q |
Mikro: µ (griechischer Buchstabe "My")
AltGr + mGrad Celsius: °C (Gradzeichen + Großbuchstabe C)
Shift + ^ + CNur in Systemen, die diese Schriftzeichen nicht unterstützen (ASCII) laut DIN 66030:2002-05:
Immer noch weit verbreitet:
Newtonsches Gravitationsgesetz: Kraft zwischen zwei Himmelskörpern
Fast alle alltäglichen physikalischen Phänomene werden von der elektromagnetischen Wechselwirkung bestimmt!
Die Gravitation spielt nur eine Rolle, da
Feld = ortsabhängige physikalische Größe (Vektorfeld/Skalarfeld)
Die elektrische Feldstärke
Das elektrische Feld mehrerer (diskreter) Ladungen ist die Vektorsumme der Felder der einzelnen Ladungen
Übergang zu kontinuierlicher Ladungsverteilung: Integral
Fluss durch eine Fläche
Die elektrische Flussdichte
Für eine konstante Flussdichte
Der elektrische Fluss durch eine geschlossene Oberfläche ist gleich der eingeschlossenen Ladung:
Für eine Punktladung
Daraus folgt:
Für einen unendlich langen Leiter mit Linienladungsdichte
Symmetrie:
Ergebnis:
Definition:
mit
| Material | |
|---|---|
| Luft | 1,00059 |
| Gummi | 2,5–3,5 |
| Glas | 5–7 |
| Destilliertes Wasser | 81 |
Konvention: man vereinbart, dass die elektrische Flussdichte sich immer auf das durch die freien Ladungen erzeugte Feld bezieht.
Polarisation
Vorteil: der Satz von Gauß gilt unverändert, wenn man nur die freien Ladungen berücksichtigt:
Bewegung einer positiven Probeladung
Vgl. Mechanik:
Hier:
Integral:
Das elektrisches Potential
Einheit:
Punkte gleichen Potentials bilden Äquipotentialflächen.
Potentielle Energie bzgl. Referenzhöhe:
Elektrostatische Felder sind Potentialfelder oder auch wirbelfreie Felder. Für sie gilt:
Weitere Beispiele für Potentialfelder:
Die elektrische Spannung ist definiert als Potentialdifferenz:
Einheit:
Die elektrische Arbeit ist das Produkt aus Ladung und Spannung:
Einheit:
Die elektrische Arbeit ist unabhängig vom Weg!
Für die elektrische Spannung gilt allgemein:
Ein homogenes elektrisches Feld ist durch konstante Feldstärke und parallele Feldlinien gekennzeichnet.
Wichtige Eigenschaften:
Unendlich ausgedehnte, gleichmäßig geladene Ebene mit Flächenladungsdichte
Gesucht: Elektrische Feldstärke
Ansatz: Anwendung des Satzes von Gauß mit einem zylindrischen Gauß'schen Volumen
Gauß'sche Fläche: Zylinder mit Grundfläche
Eingeschlossene Ladung:
Satz von Gauß:
Ergebnis: Das Feld ist homogen und unabhängig vom Abstand zur Ebene.
Kondensatoren sind elektrische Bauelemente, die elektrische Ladung speichern können.
Die gespeicherte Ladung für eine gegebene Spannung wird bezeichnet als:
Kapazität (capacitance)
Einheit:
Die Kapazität (capacity) einer Batterie ist eine Ladungsmenge!
z.B.:
Nicht zu verwechseln mit der Kapazität (capacitance) eines Kondensators in Farad!
Kapazität steigt mit:
Ein Kugelkondensator besteht aus zwei konzentrischen leitenden Kugelschalen mit den Radien
Elektrisches Feld (Satz von Gauß):
Spannung zwischen den Kugeln:
Kapazität:
Ein Zylinderkondensator besteht aus zwei koaxialen leitenden Zylindern mit den Radien
Gesucht: Elektrisches Feld zwischen den Zylindern
Ansatz: Satz von Gauß mit zylindrischer Gauß'scher Fläche (Radius
Symmetrie: Das Feld zeigt radial nach außen, konstant auf Zylinderflächen
Aus dem Satz von Gauß:
Ergebnis: Das elektrische Feld nimmt mit
Spannung zwischen den Zylindern:
Kapazität:
Im elektrischen Feld eines Kondensators ist Energie gespeichert, die bei Entladung wiedergewonnen werden kann.
Während des Aufladevorgangs nimmt die Spannung mit der Ladung kontinuierlich zu:
Die beim Aufladen gespeicherte Energie berechnet sich zu:
Bei der Parallelschaltung von Kondensatoren addieren sich die Kapazitäten:
Eigenschaften:
Bei der Reihenschaltung von Kondensatoren addieren sich die Kehrwerte der Kapazitäten:
Eigenschaften:
Wenn ein Plattenkondensator aus zwei Bereichen mit unterschiedlichen Dielektrika besteht, berechnet sich die Gesamtkapazität als:
Dies entspricht einer Parallelschaltung von zwei Teilkondensatoren.
Wenn ein Plattenkondensator aus zwei hintereinander liegenden Schichten mit unterschiedlichen Dielektrika besteht, berechnet sich die Gesamtkapazität als:
Dies entspricht einer Reihenschaltung von zwei Teilkondensatoren.
| Größe | Definition | Einheit |
|---|---|---|
| Elektrische Ladung (electric charge) | ||
| Spannung (voltage) | ||
| Kapazität (capacitance) | ||
| Elektrische Feldstärke (electric field [strength]) | ||
| Elektrische Flussdichte (electric flux density) = [Di-]Elektrische Verschiebungsdichte (electric displacement field) | ||
| Elektrische Feldkonstante (electric constant) = Permittivität des Vakuums (vacuum permittivity) | ||
| [Absolute] Permittivität ([absolute] permittivity) = |
||
| Relative Permittivität (relative permittivity) = |
dimensionslos |
Strom ist der gerichtete Fluss von elektrischer Ladung
Klassisches Bild: erfährt das Elektronengas ein elektrisches Feld, werden die Elektronen beschleunigt, nach kurzer Zeit aber durch Stöße mit dem Metallgitter wieder abgebremst. Im Mittel ergibt sich dadurch eine konstante mittleren Geschwindigkeit
Kupfer,
= Ohm’sches Gesetz (Ohm’s law)
Achtung: die proportionale Beziehung gilt nur für lineare Leiter (z.B. Metalle bei konstanter Temperatur)
Der elektrische Widerstand
Einheit:
Der elektrische Leitwert
Einheit:
Materialeigenschaften (intensiv, unabhängig von Geometrie):
Bauteilgrößen (extensiv, abhängig von Geometrie):
Beispiel: Kupfer hat immer die gleiche Leitfähigkeit
| Größe | Definition | Einheit | Name |
|---|---|---|---|
| Spannung (voltage) | Volt | ||
| Stromstärke (current) | Ampere | ||
| Widerstand (resistance) | Ohm | ||
| Leitwert (conductance) | Siemens | ||
| spezifischer Widerstand (resistivity) | Ohm-Meter | ||
| Leitfähigkeit (conductivity) | Siemens pro Meter |
Bei den meisten Materialien ändert sich der Widerstand mit der Temperatur.
Kleinsignalverhalten (lineare Näherung):
Dabei ist:
Bei Leitern nimmt der Widerstand mit steigender Temperatur zu (positiver Temperaturkoeffizient α > 0).
Typische Werte für einige Leitermaterialien bei 20°C:
| Leitermaterial | Spez. Widerstand |
Leitfähigkeit |
Temperaturkoeffizient |
|---|---|---|---|
| Silber | 0,016 | 63 | 3,8 · 10−3 |
| Kupfer | 0,017 | 58 | 3,9 · 10−3 |
| Aluminium | 0,027 | 38 | 4,3 · 10−3 |
| Messing | 0,062 | 16 | 2,0 · 10−3 |
Die Temperaturabhängigkeit des Widerstands macht Metalle zu präzisen Temperatursensoren.
Platin-Widerstandsthermometer (Pt100):
Vorteile von Platin-Sensoren:
In einem Knotenpunkt kann weder Ladung gespeichert noch erzeugt werden. Die Summe aller zufließenden Ströme ist gleich der Summe aller abfließenden Ströme:
In einer stationären (zeitlich unveränderlichen) Stromverteilung ist die elektrische Ladung überall konstant. Der gesamte Strom durch jede geschlossene Oberfläche ist Null:
Vgl. Satz von Gauß in Abwesenheit von eingeschlossener Ladung:
(NB: die obige Gleichung folgt nicht aus der unteren – die mathematische Analogie gilt, da sowohl das elektrostatische Feld als auch die stationäre Stromdichte quellenfreie Vektorfelder sind.)
Die Summe aller in einer Masche auftretenden Spannungen ist Null:
Bei einer Reihenschaltung teilt sich die Gesamtspannung im Verhältnis der Widerstände auf:
Bei einer Parallelschaltung von Widerständen addieren sich die Leitwerte zum Gesamtleitwert:
Oder mit Leitwerten:
Wegen der Knotenregel gilt:
Außerdem per Definition:
Es folgt:
Bei einer Parallelschaltung teilt sich der Gesamtstrom im umgekehrten Verhältnis der Widerstände bzw. im direkten Verhältnis der Leitwerte auf:
Ein Zweipol (two-pole) oder Eintor (one-port) ist ein elektrisches Bauteil mit zwei zugänglichen Anschlüssen
Gliederung
Passive lineare Zweipole können zu einem Ersatzwiderstand zusammengefasst werden
Eine ideale Spannungsquelle liefert eine konstante Spannung
Eigenschaften:
Eine ideale Stromquelle liefert einen konstanten Strom
Eigenschaften:
Eine reale Spannungsquelle kann als Reihenschaltung einer idealen Spannungsquelle
Eigenschaften:
Eine reale Stromquelle kann als Parallelschaltung einer idealen Stromquelle
Eigenschaften:
Die reale Spannungsquelle und reale Stromquelle sind äquivalent, wenn folgende Beziehungen gelten:
Umrechnung:
Beide Darstellungen beschreiben dieselbe I-U-Kennlinie:
Bei der Reihenschaltung von realen Spannungsquellen addieren sich die Leerlaufspannungen und die Innenwiderstände:
Anwendung: Batteriepacks in Taschenlampen, Elektroautos
Vorteil: Höhere Gesamtspannung
Nachteil: Höherer Innenwiderstand, bei Ausfall einer Quelle fällt das gesamte System aus
Bei der Parallelschaltung von realen Spannungsquellen mit gleicher Leerlaufspannung
Die gemeinsame Leerlaufspannung bleibt
Anwendung: Notstromversorgung, Batteriepacks für höhere Ströme
Vorteil: Geringerer Innenwiderstand, höhere verfügbare Ströme
Nachteil: Nur bei gleichen Spannungen sinnvoll, Ausgleichsströme bei unterschiedlichen Quellen
Die elektrische Arbeit ist definiert als das Produkt aus Spannung, Strom und Zeit:
Einheit:
Die elektrische Leistung ist definiert als elektrische Arbeit pro Zeiteinheit:
Einheit:
Die Leistungsanpassung beschäftigt sich mit der Frage, bei welchem Verbraucherwiderstand
Für eine reale Spannungsquelle mit der Leerlaufspannung
Diese Leistung wird maximal, wenn der Verbraucherwiderstand gleich dem Innenwiderstand der Quelle ist:
Die maximale Leistung beträgt dann:
Das Anpassungsverhältnis
Der Wirkungsgrad
Bei optimaler Leistungsanpassung (
| Last | Leistung Quelle |
Leistung Last |
Wirkungsgrad |
|
|---|---|---|---|---|
| Kurzschluß | ||||
| Unteranpassung | ||||
| Anpassung | ||||
| Überanpassung | ||||
| Leerlauf |